Mehr Hitzewellen, mehr Hitzetote –
Consumer Choice Center fordert Klimaanlagen-Offensive in Österreich
Wien/Österreich, 23. Juni 2026 – Angesichts steigender Temperaturen und tausender hitzebedingter Todesfälle fordert das Consumer Choice Center den Abbau bürokratischer Hürden für Klimaanlagen in Österreich. Konkret spricht sich die Verbraucherorganisation für vereinfachte Genehmigungsverfahren, kürzere Bearbeitungsfristen und mehr Rechtssicherheit für Verbraucher aus. Verbraucher müssen sich wirksam gegen extreme Hitze schützen können.
Österreich erlebt seit Jahren einen deutlichen Temperaturanstieg. Laut GeoSphere Austria gehörte 2025 zu den acht wärmsten Jahren seit Beginn der Messungen. Die Durchschnittstemperatur lag mehr als zwei Grad über dem Mittelwert der Periode 1961 bis 1990. Langfristige Klimadaten zeigen, dass sich Österreich besonders stark erwärmt und Hitzewellen häufiger sowie intensiver werden.
Die gesundheitlichen Folgen sind bereits heute spürbar. Studien zeigen, dass jeder zusätzliche Tag mit Temperaturen über 30 Grad Celsius die Sterblichkeit in österreichischen Bezirken erhöht. Besonders betroffen sind Regionen mit einem hohen Anteil älterer Menschen. Europaweit wurden im Jahr 2024 mehr als 62.700 hitzebedingte Todesfälle registriert. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass in Europa in den vergangenen vier Jahren mehr als 200.000 Menschen an den Folgen extremer Hitze gestorben sind.
„Die Fakten sind eindeutig: Österreich wird heißer, Hitzewellen werden häufiger und die gesundheitlichen Risiken nehmen zu“, sagt Jens Teutrine, DACH-Beauftragter vom Consumer Choice Center. „Wer über Klimaanpassung spricht, muss auch darüber sprechen, wie Menschen ihre Wohnungen vor gefährlicher Hitze schützen können.“
Ausgerechnet beim Zugang zu einer der wirksamsten Schutzmaßnahmen gegen extreme Hitze zählt Österreich jedoch zu den restriktivsten Ländern Europas. Insbesondere in Wien müssen Bewohner von Mehrparteienhäusern häufig mehrere Genehmigungen einholen. Sichtbare Außengeräte können die Zustimmung verschiedener Behörden erforderlich machen. In vielen Fällen ist zusätzlich die Zustimmung aller Miteigentümer notwendig. In Schutzzonen und denkmalgeschützten Bereichen sind sichtbare Außengeräte faktisch kaum genehmigungsfähig.
„Wenn für eine Klimaanlage Genehmigungen mehrerer Behörden und die Zustimmung sämtlicher Miteigentümer erforderlich sind, ist das kein angemessener Verbraucherschutz mehr“, so Teutrine. „Viele dieser Regeln stammen aus einer Zeit, in der Hitzewellen deutlich seltener waren.“
Während in den USA und Japan rund neun von zehn Haushalten über eine Klimaanlage verfügen, liegt die Verbreitung in Europa insgesamt bei lediglich rund 19 Prozent. Gleichzeitig zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass Hitzeereignisse in Österreich künftig weiter zunehmen werden und besonders ältere Menschen einem steigenden Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind.
„Europa kann nicht gleichzeitig den Klimanotstand ausrufen und Verbrauchern den Zugang zu Kühlung erschweren“, so Teutrine. „Klimaanlagen sind kein Luxusprodukt. Für viele ältere Menschen und gesundheitlich gefährdete Personen können sie einen entscheidenden Beitrag zum Schutz vor extremer Hitze leisten.“
Das Consumer Choice Center fordert deshalb eine umfassende Überprüfung bestehender Vorschriften für Klimaanlagen. Genehmigungsverfahren sollten vereinfacht, Bearbeitungsfristen verkürzt und unverhältnismäßige Zustimmungserfordernisse abgeschafft werden. Für Standardinstallationen in Wohngebäuden sollte ein einfacher und rechtssicherer Rechtsrahmen geschaffen werden.
„Österreich investiert Milliarden in die Anpassung an den Klimawandel. Gleichzeitig erschweren wir Verbrauchern den Zugang zu einer der effektivsten Maßnahmen gegen extreme Hitze“, sagt Teutrine. „Wenn Hitzewellen zur neuen Realität werden, darf der Staat den Zugang zu Kühlung nicht unnötig erschweren. Österreich braucht mehr Hitzeschutz und weniger Bürokratie.“
Medienanfragen und Fragen können gerichtet werden an:
DACH-Beauftragter CCC, Jens Teutrine