Mehr Hitzewellen, mehr Hitzetote –
Consumer Choice Center fordert Klimaanlagen-Offensive in Deutschland
Berlin, 23. Juni 2026 – Angesichts steigender Temperaturen und tausender hitzebedingter Todesfälle fordert das Consumer Choice Center den Abbau bürokratischer Hürden für Klimaanlagen. Konkret spricht sich die Verbraucherorganisation für schnellere Genehmigungsverfahren, bundesweit einheitliche Standards und mehr Rechtssicherheit für Mieter und Wohnungseigentümer aus. Verbraucher müssten sich wirksam gegen extreme Hitze schützen können.
Die Zahl der Hitzetage in Deutschland steigt seit Jahren. Als Hitzetag gilt nach Definition des Deutschen Wetterdienstes ein Tag mit Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius. Während Jahre mit mehr als zehn Hitzetagen früher die Ausnahme waren, treten sie inzwischen regelmäßig auf. Es ist davon auszugehen, dass extreme Hitzeereignisse durch den Klimawandel künftig häufiger und intensiver auftreten werden.
Die gesundheitlichen Folgen sind erheblich. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts starben im Sommer 2024 rund 3.000 Menschen in Deutschland an den Folgen extremer Hitze. Europaweit wurden im selben Jahr mehr als 62.700 hitzebedingte Todesfälle registriert. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, chronisch Kranke und Personen mit eingeschränkter Mobilität.
„Die Realität ist einfach: Deutschland wird heißer. Hitzewellen werden häufiger. Und tausende Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen extremer Temperaturen“, sagt Jens Teutrine, DACH-Beauftragter vom Consumer Choice Center. „Wer Klimaanpassung ernst nimmt, muss Menschen die Möglichkeit geben, sich wirksam zu schützen.“
Während die Politik über Hitzeaktionspläne, Warnsysteme und kommunale Maßnahmen diskutiert, stoßen Verbraucher beim Einbau von Klimaanlagen häufig auf bürokratische Hürden. Je nach Bundesland, Kommune und Wohnsituation gelten unterschiedliche Vorschriften. Mieter benötigen regelmäßig die Zustimmung ihres Vermieters. In Mehrfamilienhäusern können Vorgaben von Eigentümergemeinschaften zusätzliche Hindernisse schaffen. Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder sichtbaren Fassadenänderungen sind oftmals weitere Genehmigungen erforderlich.
Nach Recherchen des Consumer Choice Centers ist Deutschland Teil eines europäischen Flickenteppichs von Vorschriften, der den Zugang zu Kühlung unnötig erschwert. Während in den USA und Japan rund neun von zehn Haushalten über eine Klimaanlage verfügen, liegt die Verbreitung in Europa insgesamt bei lediglich rund 19 Prozent.
„Europa kann nicht gleichzeitig den Klimanotstand ausrufen und Verbrauchern den Zugang zu Kühlung erschweren“, so Teutrine. „Klimaanlagen sind kein Luxusprodukt. Für viele ältere Menschen und gesundheitlich gefährdete Personen können sie einen entscheidenden Beitrag zum Schutz vor extremer Hitze leisten.“
Das Consumer Choice Center fordert deshalb eine umfassende Überprüfung bestehender Vorschriften und einen Abbau unnötiger Hürden für die Installation von Klimaanlagen in Wohngebäuden. Statt 16 unterschiedlicher Bauordnungen der Bundesländer braucht es einheitliche bundesweite Standards für die Installation von Klimaanlagen. Das würde Vorschriften vereinfachen, Verfahren beschleunigen und Kosten senken. Darüber hinaus fordert das Consumer Choice Center schnellere Genehmigungsverfahren, mehr Rechtssicherheit für Mieter und Wohnungseigentümer sowie bundesweit nachvollziehbare und verhältnismäßige Regeln.
„Die Politik akzeptiert inzwischen, dass Deutschland mit mehr Hitzewellen leben muss“, sagt Teutrine. „Dann muss sie auch akzeptieren, dass Verbraucher Zugang zu den wirksamsten Mitteln der Anpassung benötigen. Mehr Hitzeschutz und weniger Bürokratie sind kein Widerspruch, sondern gehören zusammen.“
Medienanfragen und Fragen können gerichtet werden an:
DACH-Beauftragter CCC, Jens Teutrine