Consumer Choice Center warnt vor GKV-Gesetz:
Höherer Herstellerabschlag erschwert Patienten den Zugang zu innovativen Arzneimitteln
Berlin, 9. Juli 2026 – Das Consumer Choice Center (CCC) kritisiert die im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz geplante Erhöhung des Herstellerabschlags für patentgeschützte Arzneimittel auf 15,5 Prozent. Aus Sicht der Verbraucherorganisation droht die Maßnahme, Deutschland als Markt für innovative Medikamente zu schwächen und damit den Zugang von Patientinnen und Patienten zu neuen Therapien zu erschweren.
„Sparreformen sind notwendig, auch im Gesundheitswesen. Doch ausgerechnet bei innovativen Arzneimitteln zu sparen, kann sich für Patienten als Bumerang erweisen. Deutschland erhöht den Preisdruck genau zu dem Zeitpunkt, an dem in den USA erneut über internationale Referenzpreise diskutiert wird. Sollten niedrigere deutsche Preise künftig als Maßstab für den US-Markt dienen, sinkt für Hersteller der Anreiz, neue Medikamente früh in Deutschland einzuführen. Der günstigste Arzneimittelpreis nützt nichts, wenn das Medikament in Deutschland erst Jahre später verfügbar ist. Wer Innovation politisch verteuert, macht sie für Patienten später verfügbar. Am Ende könnte genau das Patientinnen und Patienten den schnellen Zugang zu Innovationen kosten“, erklärt Jens Teutrine, Beauftragter für DACH beim Consumer Choice Center und ehemaliges Mitglied des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages.
Der Gesetzentwurf sieht vor, den verpflichtenden Herstellerabschlag für patentgeschützte Arzneimittel mehr als zu verdoppeln. Gleichzeitig wird in den USA erneut über sogenannte Most Favored Nation-Regelungen diskutiert, bei denen Arzneimittelpreise anderer Länder als Referenz für den US-Markt dienen könnten. Das Consumer Choice Center warnt davor, dass diese Kombination Deutschland als frühen Einführungsmarkt für innovative Arzneimittel schwächen könnte.
„Wer heute bei Innovation spart, spart morgen an den Heilungschancen der Patienten. Die höchste Rechnung zahlen am Ende nicht die Pharmaunternehmen, sondern die Patienten. Wenn Deutschland seine Attraktivität als Einführungsmarkt für innovative Arzneimittel verliert, drohen spätere Markteinführungen, weniger klinische Studien und ein langsamerer Zugang zu neuen Therapien. Eine nachhaltige Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung darf deshalb nicht zulasten des medizinischen Fortschritts gehen. Für Patienten ist das ein fataler Schnellschuss zulasten von Innovation und einer guten Versorgung.“, so Teutrine.
Medienanfragen und Fragen können gerichtet werden an:
DACH-Beauftragter CCC, Jens Teutrine