Kantonaler Flickenteppich erschwert Klimaanlagen: Consumer Choice Center fordert Klimaanlagen-Offensive in der Schweiz

CONTENTS

Mehr Hitzewellen, mehr Hitzetote –
Consumer Choice Center fordert Klimaanlagen-Offensive in der Schweiz

Zürich/Schweiz, 23. Juni 2026 – Angesichts steigender Temperaturen und tausender hitzebedingter Todesfälle fordert das Consumer Choice Center den Abbau bürokratischer Hürden für Klimaanlagen in der Schweiz. Konkret spricht sich die Verbraucherorganisation für vereinfachte Genehmigungsverfahren, schnellere Bewilligungsprozesse und einheitlichere Regeln zwischen den Kantonen aus. Verbraucher müssen sich wirksam gegen extreme Hitze schützen können.

Die Schweiz erlebt immer häufiger Hitzewellen. Die vergangenen Jahre gehörten zu den wärmsten seit Beginn der Messungen. Gleichzeitig warnen Wissenschaftler vor einer weiteren Zunahme extremer Hitzeereignisse infolge des Klimawandels.

Die gesundheitlichen Folgen sind erheblich. Europaweit wurden im Jahr 2024 mehr als 62.700 hitzebedingte Todesfälle registriert. Besonders betroffen sind ältere Menschen, chronisch Kranke und Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Die alternde Bevölkerung Europas wird die Verwundbarkeit gegenüber extremer Hitze in den kommenden Jahrzehnten zusätzlich erhöhen.

„Hitze ist längst nicht mehr nur eine Frage des Komforts, sondern zunehmend eine Frage der Gesundheit“, sagt Jens Teutrine, DACH-Beauftragter vom Consumer Choice Center. „Wenn Temperaturen über Tage hinweg auf hohem Niveau bleiben, brauchen Verbraucher einfache Möglichkeiten, ihre Wohnungen zu kühlen.“

Aus Sicht des Consumer Choice Centers erschwert die Schweiz den Zugang zu Klimaanlagen jedoch durch einen stark fragmentierten Regulierungsrahmen. Die Vorschriften unterscheiden sich erheblich zwischen den Kantonen. Während einige Kantone vergleichsweise pragmatische Lösungen ermöglichen, gelten andernorts umfangreiche Anforderungen bezüglich Energieverbrauch, Lärmschutz, Fassadengestaltung oder behördlicher Genehmigungen.

Besonders deutlich zeigt sich dies in Genf. Dort müssen Verbraucher teilweise nachweisen, dass eine Klimaanlage aus gesundheitlichen Gründen notwendig ist. In anderen Kantonen gelten zusätzliche Auflagen hinsichtlich Energieeffizienz, erneuerbarer Stromquellen oder baulicher Genehmigungen. Für Mieter kommen häufig weitere Zustimmungserfordernisse der Vermieter hinzu.

„Ob Verbraucher Zugang zu Kühlung erhalten, sollte nicht davon abhängen, auf welcher Seite einer Kantonsgrenze sie wohnen“, so Teutrine. „Die Schweiz hat heute eines der fragmentiertesten Regelungssysteme Europas.“

Während in den USA und Japan rund neun von zehn Haushalten über eine Klimaanlage verfügen, liegt die Verbreitung in Europa insgesamt bei lediglich rund 19 Prozent. Gleichzeitig rechnen Klimaforscher mit einer weiteren Zunahme von Hitzewellen in den kommenden Jahrzehnten.

„Europa kann nicht gleichzeitig den Klimanotstand ausrufen und Verbrauchern den Zugang zu Kühlung erschweren“, so Teutrine. „Klimaanlagen sind kein Luxusprodukt. Für viele ältere Menschen und gesundheitlich gefährdete Personen können sie einen entscheidenden Beitrag zum Schutz vor extremer Hitze leisten.“

Das Consumer Choice Center fordert deshalb eine umfassende Überprüfung bestehender Vorschriften für Klimaanlagen. Statt eines kantonalen Flickenteppichs braucht es transparentere und einheitlichere Regeln für Standardinstallationen in Wohngebäuden. Genehmigungsprozesse sollten beschleunigt, unnötige Auflagen abgebaut und Verbraucher unabhängig von ihrem Wohnkanton gleichbehandelt werden.

„Die Schweiz investiert viel in Klimaanpassung und Gesundheitsschutz“, sagt Teutrine. „Dann sollte sie Verbrauchern auch den Zugang zu einer der wirksamsten Maßnahmen gegen extreme Hitze erleichtern. Mehr Hitzeschutz und weniger Bürokratie gehören zusammen.“



Medienanfragen und Fragen können gerichtet werden an:

DACH-Beauftragter CCC, Jens Teutrine

jens@consumerchoicecenter.org

Related Issues
Contact Us

If you believe in what we do and want to support a freer, more innovative future, we’d love to hear from you. Whether you’re interested in sponsorship, collaboration, or just starting the conversation, we’re always open to connecting with partners who share our passion for consumer choice.