Consumer Choice Center warnt vor wachsendem Widerstand gegen Rechenzentren und pauschaler Ablehnung digitaler Infrastruktur
Schweiz. Beringen im Kanton Schaffhausen ist zum Symbol für den wachsenden Widerstand gegen Rechenzentren in der Schweiz geworden. Zwei große Anlagen stehen im Zentrum der Debatte über Strom, Wasser und Flächenverbrauch. Doch wer Rechenzentren pauschal ablehnt, riskiert am Ende vor allem weniger digitale Angebote und höhere Kosten für Verbraucher.
„Natürlich muss man über den Ressourcenverbrauch sprechen. Aber Rechenzentren sind nicht der Feind. Sie sind die Infrastruktur hinter den digitalen Diensten, die Verbraucher jeden Tag nutzen. Wer diese digitale Infrastruktur bekämpft, riskiert, dass die Schweiz beim technologischen Fortschritt ins Hintertreffen gerät und andere Länder die entscheidenden Akteure der digitalen Zukunft werden“, sagt Jens Teutrine, DACH-Beauftragter des Consumer Choice Center.
Rechenzentren bilden die Grundlage für Dienste, die Verbraucher täglich nutzen. Dazu gehören Cloud-Anwendungen, Streaming, künstliche Intelligenz und Onlinehandel. Mit der Digitalisierung steigt zwangsläufig der Bedarf an Rechenleistung.
„Wenn mehr Menschen digitale Dienste nutzen, brauchen wir mehr Rechenkapazität. Die Antwort auf steigende Nachfrage kann nicht sein, das Angebot künstlich zu verknappen.“
Auch Beringen zeigt, dass die eigentliche Herausforderung die Infrastruktur ist. Ziel sollte es sein, überall dort, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist, die Abwärme von Rechenzentren zu nutzen. Dafür fehlt vielerorts bislang ein ausreichend ausgebautes Fernwärmenetz.
Auch bei der Energieeffizienz bestehen bereits starke wirtschaftliche Anreize. Strom gehört zu den größten Kostenfaktoren eines Rechenzentrums. Betreiber haben daher ein unmittelbares Interesse daran, Energie möglichst effizient einzusetzen. Wer Energie verschwendet, verschwendet damit auch Geld.
Das CCC fordert deshalb eine sachliche Auseinandersetzung mit Rechenzentren statt einer aktivistischen Empörungskultur. Gleichzeitig braucht es zusätzliche Erzeugungskapazitäten und einen schnelleren Ausbau der Energieinfrastruktur, damit das Angebot mit der steigenden Nachfrage Schritt halten kann.
„Am Ende entscheiden nicht Aktivisten oder Betreiber, sondern die Verbraucher, welche digitalen Angebote sich durchsetzen. Unsere Aufgabe sollte es sein, ihnen diese Wahl zu ermöglichen. Wer Rechenzentren verhindert, verhindert nicht die Digitalisierung. Er sorgt lediglich dafür, dass die notwendige Infrastruktur woanders entsteht“, so Teutrine.