Berlin, 16. April 2026. Die Bundesregierung hat Entlastungen durch einen temporären Tankrabatt und steuerfreie Arbeitgeberzahlungen angekündigt. Zur Gegenfinanzierung soll die Tabaksteuer dauerhaft steigen. Das Consumer Choice Center (CCC) lehnt die Steuererhöhung ab, schlägt aber gleichzeitig zwei Maßnahmen vor, wie Deutschland dennoch deutlich höhere Einnahmen aus dem Nikotinmarkt erzielen könnte.
Jens Teutrine, DACH-Beauftragter des Consumer Choice Center, erklärt zur angekündigten Erhöhung der Tabaksteuer:
„Tabaksteuererhöhungen sind für die Politik bequem, ersetzen aber keine Strukturreformen. Immer höhere Steuern setzen das falsche Signal: Bevormundung und Bestrafung unerwünschten Verbraucherverhaltens statt Entlastung für alle. Wenn Verbraucher höhere Preise nicht mehr zahlen wollen, aber nicht aufhören möchten, wechseln sie den Händler – oft in den illegalen Markt. Schon heute hat der Schwarzmarkt in Deutschland und Europa ein erhebliches Ausmaß.“
Stattdessen fordert das Consumer Choice Center die Legalisierung des Verkaufs von tabakfreien Nikotinbeuteln in Deutschland. Jens Teutrine erklärt dazu:
„Rund 1,5 Millionen Menschen nutzen in Deutschland bereits tabakfreie Nikotinbeutel. Weil sie jedoch nicht legal verkauft werden dürfen, läuft der Handel zu großen Teilen über den Grau- und Schwarzmarkt. Das Ergebnis: kaum Kontrolle, schwacher Jugendschutz und verpasste Steuereinnahmen. Wer Nikotinbeutel nicht reguliert und besteuert, verzichtet bewusst auf Hunderte Millionen Euro an Steuereinnahmen. Die Nachfrage ist längst da. Nur der Staat verdient nichts daran.“
Nach Schätzungen und internationalen Erfahrungswerten könnten durch eine Legalisierung und Besteuerung jährlich zwischen 500 und 750 Millionen Euro an zusätzlichen Einnahmen erzielt werden. Eine entsprechende Berechnungsstudie des Consumer Choice Center ist hier abrufbar: consumerchoicecenter.org/wp-content/uploads/2026/01/NPTC_DE.pdf
Als besonders widersprüchlich bewertet Teutrine zudem die Pläne des zuständigen Ministeriums, ein Aromenverbot für E-Zigaretten einzuführen:
„Wer Einnahmen aus Nikotinkonsum erzielen will, darf die entsprechenden Märkte nicht selbst austrocknen. Ein faktisches Verbot von Vapes stärkt den Schwarzmarkt und schwächt den Verbraucherschutz. Die Bundesregierung sollte aufhören, sich selbst zu widersprechen. Wer Einnahmen sichern und gleichzeitig Verbraucher schützen will, muss auf Regulierung und wirksamen Jugendschutz statt auf Verbote setzen.“
