Ab diesem Monat werden amerikanische Verbraucher, die indische Waren kaufen, und indische Exporteure, die in die USA liefern, die Folgen eines neuen Zolls in Höhe von 251 TP3T zu spüren bekommen, den die Trump-Regierung zusätzlich zu den bereits zuvor erhobenen 251 TP3T verhängt hat.
Washingtons jüngste Handelsoffensive sieht Zölle von bis zu 501 TP3T auf eine Reihe indischer Exporte vor – darunter auf bestimmte Textilien, Autoteile und Produkte wie Generika und Maschinenteile. Während sich die Schlagzeilen auf diplomatische Vergeltungsmaßnahmen und politisches Getue konzentrieren, dreht sich die wahre Geschichte um die Verbraucher auf beiden Seiten der Handelsmauer.
Ob es sich um eine kleine Bekleidungsmarke in Gujarat, einen Kurkuma-Exporteur in Erode oder einen US-Importeur handelt, der günstige Generika aus Hyderabad bezieht – diese Zollerhöhung bestraft nicht nur den Handel, sondern auch die Wahlfreiheit. Statt einer reflexartigen Reaktion sollte Indien diesen Moment als strategischen Weckruf begreifen.
Die globale Handelsordnung verändert sich rasant. Der Protektionismus erlebt unter dem Deckmantel des „nationalen Interesses“ ein Comeback, doch die tatsächlichen Kosten dafür tragen die Menschen. Verbraucher zahlen mehr, erhalten weniger und verlieren den Zugang zu Innovationen.
Nehmen wir das Beispiel der indischen Pharmaindustrie. Die USA sind auf Indien angewiesen, um 401 Milliarden günstige und hochwertige Generika zu erhalten. Diese sind eine Lebensader, die die Arzneimittelpreise für Millionen von Menschen erschwinglich hält. Durch Zölle könnten diese Preise in die Höhe schnellen, sodass amerikanische Verbraucher und Versicherer deutlich mehr für Basismedikamente zahlen müssten.
Das ist für beide Seiten ein schlechtes Geschäft. Oder denken Sie an indische Textil-KMU, die Baumwollkleidung an US-Einzelhändler exportieren. Diese Unternehmen arbeiten bereits mit hauchdünnen Gewinnspannen. Zölle könnten sie über Nacht wettbewerbsunfähig machen, was zu Auftragsverlusten, Entlassungen und Produktionsrückgängen führen könnte.
Und der amerikanische Einzelhandel wird den Schock nicht auffangen, sondern ihn durch höhere Preise an die Verbraucher weitergeben. Das ist der Dominoeffekt des Protektionismus: weniger Auswahl, höhere Preise und Innovationsstau. Das sind schlechte Nachrichten für alle, denen Erschwinglichkeit und Vielfalt wichtig sind – egal, ob sie in Chicago Schuhe kaufen oder in Surat Saris verkaufen.
Die Lösung besteht jedoch nicht darin, den amerikanischen Zollkrieg mit einem eigenen zu wiederholen. Anstatt mit pauschalen Zöllen auf US-Importe zu reagieren, sollte Indien die Gelegenheit nutzen, seine Wirtschaft offener, wettbewerbsfähiger und verbraucherfreundlicher zu gestalten. Das bedeutet, unsere Importzölle zu senken, insbesondere auf Konsumgüter, bei denen der globale Wettbewerb zu besserer Qualität und besseren Preisen führt.
Es geht darum, Handelsabkommen zu unterzeichnen, bei denen es nicht nur um politische Allianzen geht, sondern auch darum, den indischen Verbrauchern günstigere Medikamente, modernste Technologien und ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis zu sichern.
Das bedeutet, den bürokratischen Aufwand beim Zoll abzubauen, damit indische Exporteure überleben können – nicht nur angesichts der US-Zölle, sondern auch angesichts künftiger globaler Störungen. Und vor allem bedeutet es, das Wohl der Verbraucher in den Mittelpunkt unserer Handelspolitik zu stellen – und es nicht als Nebeneffekt zu behandeln.
Wenn die Kosten eines Handelskriegs höhere Preise, weniger Auswahl und schrumpfende Märkte sind, muss das Ziel einer Handelsreform das Gegenteil sein: besserer Zugang, niedrigere Preise und mehr Wahlfreiheit. Indien spricht schon lange davon, ein globales Produktionszentrum zu werden. Dieses Ziel wird jedoch unausgereift bleiben, wenn wir nicht eine Wirtschaft aufbauen, in der Produzenten und Verbraucher von Offenheit und nicht von Protektionismus profitieren.
Trumps Zollbombe ist eine Herausforderung, aber auch eine Chance. Statt in die Defensive zu gehen, ist es an der Zeit, dass Indien in die Offensive geht – mit einer Politik, die nicht nur die Produzenten schützt, sondern auch die Millionen von Verbrauchern, die von einem freieren, faireren Weltmarkt profitieren.
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